Marcel Beyer

Foto: SWR Peter A. Schmidt

DAS ONLINE-ANGEBOT ZUM PETER-HUCHEL-PREIS 2020 UND 2021
Die Grußworte der beiden Preisstifter, vertreten durch Kai Gniffke, Intendant des Südwestrundfunks, und Staatssekretärin Petra Olschowski, Ministerium für Forschung, Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg, die Laudationes der Jurymitglieder Norbert Hummelt und Kristina Maidt-Zinke sowie die Lesungen und Dankworte der beiden Preisträger Henning Ziebritzki und Marcel Beyer finden Sie ab dem 21. Mai 2021 (06:00 Uhr) hier.

SENDUNGEN IN SWR2 MIT / ZUM PETER-HUCHEL-PREISTRÄGER 2021 MARCEL BEYER
SWR2 lesenswert Gespräch mit Marcel Beyer 13.5.2021, 10:03 – 10:30 Uhr
SWR2 am Samstagnachmittag 15.5.2021, 14:05 – 17:00 Uhr
SWR2 lesenswert Magazin 23.5.2021, 17:05 – 18:00 Uhr

WEITERE SWR2-BEITRÄGE SOWIE LINKS ZU BEITRÄGEN IM WWW MIT / ZU DEN PETER-HUCHEL-PREISTRÄGERN 2020 UND 2021 HENNING ZIEBRITZKI UND MARCEL BEYER
https://www.swr.de/swr2/literatur/peter-huchel-preis-100.html


Marcel Beyer, geboren 1965 in Tailfingen / Baden-Württemberg, wuchs in Kiel und Neuss auf und lebt seit 1996 in Dresden. Er studierte Germanistik, Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Siegen. Marcel Beyer hat zahlreiche Gedichtbände, Essays und Romane veröffentlicht, außerdem Erzählungen und Libretti. In seinen Werken setzt er sich immer wieder kritisch mit der deutschen Geschichte auseinander. Er ist Mitglied der Berliner Akademie der Künste, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und des PEN-Zentrums Deutschland.

Auszeichnungen (eine Auswahl)

  • 2021 Peter-Huchel-Preis
  • 2016 Georg-Büchner-Preis
  • 2014 Kleist-Preis
  • 2008 Joseph-Breitbach-Preis
  • 2001 Heinrich-Böll-Preis
  • 1997 Uwe-Johnson-Preis
  • 1996 Johannes-Bobrowski-Medaille
  • 1991 Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium

Gedichtbände

  • Dämonenräumdienst. Gedichte. Suhrkamp, Berlin 2020.
  • Graphit. Gedichte. Suhrkamp, Berlin 2014.
  • Erdkunde. Gedichte. DuMont, Köln 2002.
  • Falsches Futter. Gedichte. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1997.
  • Brauwolke. Gedichte. Warnke, Berlin 1994.
  • Kleine Zahnpasta. Gedichte 1987–1989. dead language press, Paris 1989.
  • Walkmännin. Gedichte 1988/1989. Patio, Neu-Isenburg 1990.

Weitere Publikationen (eine Auswahl)

  • Exzess und Entzug: Ferres vor Gursky, Ferres vor Immendorf. Essay. Spector Books, Leipzig 2020.
  • Das blindgeweinte Jahrhundert. Bild und Ton. Suhrkamp, Berlin 2017.
  • Sie nannten es Sprache. Aufsätze. Brueterich Press, Berlin 2016.
  • Muskatblüt. Zwiesprachen – Eine Reihe des Lyrik Kabinetts München. Das Wunderhorn Verlag, Heidelberg 2016.
  • Rede an die Sprache: es kommt ein A. Wege durch das Land, Detmold 2016.
  • XX. Lichtenberg-Poetikvorlesungen. Wallstein, Göttingen 2015.
  • Putins Briefkasten. Erzählungen. Suhrkamp, Berlin 2012.
  • Kaltenburg. Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2008.
  • Aurora. Münchner Reden zur Poesie. Stiftung Lyrik Kabinett, München 2006.
  • Vergeßt mich. Erzählung. DuMont, Köln 2006.
  • Nonfiction. Essays. DuMont, Köln 2003.
  • Zur See. Mit Kaltnadelradierungen von Andreas Zahlaus. Warnke, Berlin 2001.
  • Spione. Roman. DuMont, Köln 2000.
  • Flughunde. Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995.
  • Friederike Mayröcker: eine Bibliographie 1946–1990. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1992.
  • Das Menschenfleisch. Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991.

Außerdem bislang insgesamt fünf Opernlibretti für Toshio Hosokawa, Manos Tsangaris, Enno Poppe (u. a. IQ. Testbatterie in 8 Akten. UA: 27. April 2012, Schwetzinger SWR Festspiele).


Marcel Beyer: Dämonenräumdienst

Der diesjährige Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik geht an den 1965 in Tailfingen geborenen und in Dresden lebenden Autor Marcel Beyer. Die Jury würdigte in einer Video-Sitzung am 15. und 16. Januar 2021 den bei Suhrkamp erschienenen Band „Dämonenräumdienst“ als herausragende Neuerscheinung des Jahres 2020. Der mit 10.000 Euro dotierte Peter-Huchel-Preis wird voraussichtlich am 21. Mai 2021 in Staufen i. Br. verliehen. Bei dieser Gelegenheit wird auch die Verleihung des Peter-Huchel-Preises 2020 nachgeholt, die im letzten Jahr coronabedingt abgesagt werden musste. Der Preis ging an Henning Ziebritzki für seinen 2019 bei Wallstein erschienenen Band „Vogelwerk“. Preisstifter sind der Südwestrundfunk und das Land Baden-Württemberg. Zu den bisherigen Preisträger*innen gehören u. a. Ernst Jandl, Durs Grünbein, Thomas Kling, Monika Rinck, Friederike Mayröcker und Thilo Krause.

Die Jury in ihrer Begründung: „Marcel Beyers Gedichte sind Abenteuerexpeditionen in vertrautes Gelände, das plötzlich fremd und unheimlich erscheint. Elternhaus und Elvis, die Eindrücke der Kindheit, magische Begegnungen mit den Phänomenen der Popkultur und den Helden der Klatschspalten – all das wird in Beyers streng komponierten Gedichten aufgegriffen, in unerhörte Zusammenhänge gerückt, verfremdet und mit den Mitteln von Zitat, Collage, Komik und ironischer Brechung neu arrangiert. Der Titel „Dämonenräumdienst“ ist dabei durchaus wörtlich zu nehmen. Hier werden die Geister der jüngeren deutschen Vergangenheit aufgerufen, um sie durcheinanderzuwirbeln und einer poetischen Choreographie zu unterwerfen: Aufräumarbeiten vor dem inneren Auge eines erfindungsreichen Dichters.“

Der vom Land Baden-Württemberg und dem Südwestrundfunk gestiftete Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik wird seit 1984 für ein herausragendes lyrisches Werk des vergangenen Jahres verliehen. Der Preis erinnert an den Namensgeber Peter Huchel (geb. 1903 in Groß-Lichterfelde bei Berlin), den bedeutenden Lyriker und langjährigen Chefredakteur der Literaturzeitschrift „Sinn und Form“. Huchel starb am 30. April 1981 in Staufen im Breisgau. Die unabhängige Jury besteht aus sieben Autor*innen, Literaturkritiker*innen und Literaturwissenschaftler*innen.