Dinçer Güçyeter

Foto: Yavuz Arslan


Dinçer Güçyeter, geboren 1979 in Nettetal ist ein deutscher Theatermacher, Lyriker, Herausgeber und Verleger. Güçyeter wuchs als Sohn eines Kneipiers und einer Angestellten auf. Er machte einen Realschulabschluss an einer Abendschule. Von 1996 bis 2000 absolvierte er eine Ausbildung als Werkzeugmechaniker. Zwischenzeitlich war er als Gastronom tätig. Im Jahr 2012 gründete Güçyeter den ELIF Verlag mit dem Programmschwerpunkt Lyrik. Seinen Verlag finanziert Güçyeter bis heute als Gabelstaplerfahrer in Teilzeit. 2017 erschien Aus Glut geschnitzt, und 2021 Mein Prinz, ich bin das Ghetto. 2022 wurde Güçyeter mit dem Peter-Huchel-Preis ausgezeichnet. Er ist Vater von zwei Kindern und lebt in Nettetal.

Gedichtbände

  • Mein Prinz, ich bin das Ghetto. Gedichte. ELIF Verlag, Nettetal 2021.
  • Aus Glut geschnitzt. Gedichte. ELIF Verlag, Nettetal 2017.
  • Anatolien Blues. Gedichte. ELIF Verlag, Nettetal 2012.
  • Die geschminkte Möwe. Gedichte. CD. ELIF Verlag, Nettetal 2012.
  • Ein Glas Leben. Gedichte. ELIF Verlag, Nettetal 201

Weitere Publikationen (Hrsg.)

  • Cinema. Lyrikanthologie. Hrsg. zus. mit W. Schiffer. ELIF Verlag, Nettetal 2019.
  • Mein durstiges Wort gegen die flüchtige Liebe. Lyrikanthologie. ELIF Verlag, Nettetal 2016.
  • Mein wilder Kampf gegen die Angst. Lyrikanthologie. ELIF Verlag, Nettetal 2014.

Dinçer Güçyeter: Mein Prinz, ich bin das Ghetto

Der diesjährige Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik geht an den 1979 in Nettetal geborenen und in Nettetal lebenden Lyriker Dinçer Güçyeter.

Die Jury würdigte in ihrer Sitzung am 28. und 29. Januar 2022 den im Elif Verlag erschienenen Band „Mein Prinz, ich bin das Ghetto“ als herausragende Neuerscheinung des Jahres 2021. Der mit 10.000 Euro dotierte Peter-Huchel-Preis wird voraussichtlich am 18. Mai verliehen. Preisstifter sind der Südwestrundfunk und das Land Baden-Württemberg. Zu den bisherigen Preisträger:innen gehören u. a. Ernst Jandl, Durs Grünbein, Thomas Kling, Friederike Mayröcker und Marcel Beyer.

Die Jury in ihrer Begründung: „Dinçer Güçyeters Gedichtband ‚Mein Prinz, ich bin das Ghetto‘ verhandelt mit expressionistischer Sprachwucht und feinsinniger Ambivalenz familiäre, soziale und kulturelle Verortungen sowie postpatriarchale Möglichkeiten einer souveränen Existenz. ‚Wohin mit diesen Gedichten‘ fragt ein Junge seine Eltern zu Beginn des Bandes und beantwortet diese Frage mehrdeutig und doch ästhetisch konsequent: Er schickt sie auf den Weg zu Lesenden, die bereit sind, den Habitus von Gedichten und Dichter-Existenzen zu hinterfragen. Mal im Gestus des Protestes, mal äußerst intim gestimmt, zeigt sich hier ein Dichter der Welt und öffnet auf immer wieder überraschende, in der Direktheit der Bezüge und Ansprachen durchaus riskante Weise eine sehr eigene und doch vertraute Welt zwischen dem niederrheinischen Nettetal und Anatolien, zwischen Kind-Sein und Vater-Werden, zwischen Heinrich Heine und Dinçer Güçyeter, und unterläuft – oft humorvoll – herrschende postmigrantische Stereotype: ‚Mein Prinz, feuchte meine Zunge, flicke meinen Blick / nimm mich mit in deine Großstädte(…)‘.“

Frank Hertweck, Juryvorsitzender - Foto: Rita Eggstein

Frank Hertweck, Juryvorsitzender - Foto: Rita Eggstein

Dinçer Güçyeter liest aus „Mein Prinz, ich bin das Ghetto“ - Foto: Rita Eggstein

Dinçer Güçyeter liest aus „Mein Prinz, ich bin das Ghetto“ - Foto: Rita Eggstein

Dinçer Güçyeter und sein Sohn Yilmaz sprechen zusammen „gehen, den Weg nehmen, ist keine Flucht“ - Foto: Rita Eggstein

Dinçer Güçyeter und sein Sohn Yilmaz sprechen zusammen „gehen, den Weg nehmen, ist keine Flucht“ - Foto: Rita Eggstein

Kai Gniffke, Intendant des Südwestrundfunks, überreicht Dinçer Güçyeter die Urkunde zum Peter-Huchel-Preis 2022 - Foto: Rita Eggstein

Kai Gniffke, Intendant des Südwestrundfunks, überreicht Dinçer Güçyeter die Urkunde zum Peter-Huchel-Preis 2022 - Foto: Rita Eggstein

Kai Gniffke und Dinçer Güçyeter - Foto: Rita Eggstein

Kai Gniffke und Dinçer Güçyeter - Foto: Rita Eggstein

Laudatorin Insa Wilke, Literaturkritikerin und Jurymitglied - Foto: Rita Eggstein

Laudatorin Insa Wilke, Literaturkritikerin und Jurymitglied - Foto: Rita Eggstein

Insa Wilke, Dinçer Güçyeter, Frank Hertweck - Foto: Rita Eggstein

Insa Wilke, Dinçer Güçyeter, Frank Hertweck - Foto: Rita Eggstein

Bürgermeister Benitz, Dinçer Güçyeter - Foto: Rita Eggstein

Bürgermeister Benitz, Dinçer Güçyeter - Foto: Rita Eggstein

Dinçer Güçyeter trägt sich in das Gästebuch der Stadt Staufen ein - Foto: Rita Eggstein

Dinçer Güçyeter trägt sich in das Gästebuch der Stadt Staufen ein - Foto: Rita Eggstein

Jurymitglieder Angelika Overath, Insa Wilke, Michael Braun, Evi Zemanek, Beate Tröger (v. l. n. r.) - Foto: Rita Eggstein

Jurymitglieder Angelika Overath, Insa Wilke, Michael Braun, Evi Zemanek, Beate Tröger (v. l. n. r.) - Foto: Rita Eggstein

Büchertisch der Goethe Buchhandlung Staufen - Foto: Rita Eggstein

Büchertisch der Goethe Buchhandlung Staufen - Foto: Rita Eggstein